Montag, 3. August 2015

Studie: Veränderte Darmflora verantwortlich für Depression und Angsterkrankung

In letzter Zeit wird immer intensiver geforscht wie sich die Darmflora eines Menschen auf dessen Gesundheit auswirkt. Studien zeigten bereits Zusammenhänge zwischen der Darmflora und des Körpergewichts auf.

Premysl Bercik von der Universität McMaster in Kanada hat nun mit einer Studie (im Nature Communicatios publiziert) gezeigt, dass auch die Psyche durch die Zusammensetzung der Darmflora beeinflusst wird.

Die Studie erfolgte an zwei Hauptgruppen mit je zwei Untergruppen von Mäusen. Eine Hauptgruppe wuchs mit täglichen Stress auf (Ausgelöst durch Trennung von der Mutter für 3 Stunden pro Tag), die andere unter Normalbedingungen. Die zwei Untergruppen unterschieden sich von der Darmflora, eine Untergruppe hatte normale Darmflora, die andere keine.

Beide Untergruppen die unter Stress aufwuchsen zeigt eine erhöhte Ausschüttung des Hormons Corticosteron, allerdings wies nur die Gruppe mit Darmflora Symptome der Depression und Angsterkrankung auf.

Wurde nun die Darmflora von den "mental erkrankten" Mäusen in die gestressten Mäuse ohne Darmflora transferiert son entwickelten auch diese Angstsymptome und Depressionen. Bei nicht gestressten Mäusen hatte der Transfer allerdings keinen Effekt.

Nach der Studie löst nur Stress zusammen mit Veränderungen der Darmflora psychische Probleme aus, wobei Stress für die Veränderung der Darmflora verantwortlich ist. Der Mechanismus zur Entwicklung von Depression und Angsterkrankung läuft demnach folgendermaßen ab: Stress in der Kindheit führt zu einer Veränderung der Darmflora, diese Veränderung der Darmflora führt dann wiederum zu psychischen Problemen, - zumindest bei Mäusen.

Quelle
http://www.nature.com/ncomms/2015/150728/ncomms8735/full/ncomms8735.html