Samstag, 14. März 2015

Hungerhormon Ghrelin hat potente antidepressive Wirkung

Das Journal Molecular Psychiatry hat eine Publikation von der University of Texas Southwestern Medical Center veröffentlicht die zur Entwicklung von neuen potenten Antidepressiva führen könnte.

Untersucht wurde das Hormon Ghrelin, welches bei Diät als Hungerhormon ausgeschüttet wird und auch als "Übergewichtshormon" betitelt wird. In einer Mausstudie wurde der Effekt von erhöhten Konzentrationen von Ghrelin im Gehirn untersucht. Es konnte nicht nur gezeigt werden dass Ghrelin potente antidepressive Eigenschaften aufweist, sonder auch dass das Hormon die Neurogenese (Neubildung von Nervenzellen) im Hippocampus ankurbelt. Der Hippocampus ist im Gehirn unter anderem für die Stimmung, das Gedächtnis und das Essverhalten verantwortlich. Schon seit längerem weiß man dass der Hippocampus bei Depressiven ein geringeres Volumen aufweist, die Ergebnisse sind also in sich schlüssig.

Auch wurde bereits ein potentes Ghrelin Analoga (wirkt wie Ghrelin) entwickelt mit dem Namen P7C3-A20 und es konnte gezeigt werden dass die Neuregenese damit stärker angekurbelt wird als wie mit bisherigen Antidepressiva.

Ghrelin Analoga könnten also großes Potential bezüglich der zukünftigen Behandlung von Depressionen haben, aber auch bei Essstörungen oder Leuten mit Ghrelin-Defizit Anwendung finden.

Quelle
http://www.utsouthwestern.edu/newsroom/news-releases/year-2014/april/anti-depressant-mechanisms.html
http://www.nature.com/mp/journal/vaop/ncurrent/full/mp201434a.html

Mittwoch, 11. März 2015

Studie: 30 Minuten Powernap kann schlechten Schlaf kompensieren

Eine Studie publiziert im Endocrine Society's Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism kommt zu dem Ergebnis dass ein 30 minütiger Powernap den Hormonhaushalt und das Immunsystem restaurieren kann, auch wenn man die Nacht zuvor nur 2 Stunden geschlafen hat.

Schlechter Schlaf reduziert nicht nur die Leistungsfähigkeit und damit auch das Unfallrisiko sondern wird als generelles Gesundheitsproblem angesehen welches auch Übergewicht, Depressionen, Angsterkrankungen sowie kardiovaskuläre Erkrankungen zur Folge haben kann.

Daten aus der randomisierten crossover Studie ergaben dass der Hormonhaushalt durch einen dreißigminütigen Kurzschlaf untertags wieder in die Ausgangssituation gebracht werden kann. Patienten mit nur 2 Stunden Schlaf in der Nacht zeigen vor allem eine wesentlich erhöhte Konzentration des Neurotransmitters Noradrenalin, dies begründet auch die antidepressive Wirkung von Schlafentzug. Nach einem Powernap von 30 Minuten ist die normale Noradrenalinkonzentration allerdings wiederhergestellt.

Interleukin 6 hingegen, welches antivirale Eigenschaften besitzt ist, ist nach einer Nacht mit nur wenig Schlaf stark reduziert. Durch einen Nap normaliesiert sich allerdings auch der Inteleukin 6 Level.

Ein Powernap untertags könnte also die durch Insomnie bedingten Schäden deutlich reduzieren.

Quelle
http://press.endocrine.org/doi/10.1210/jc.2014-2566

Montag, 9. März 2015

Studie: Psychodelische Drogen haben keinen Einfluss auf Risiko für Psychische Krankheiten

Das Journal of Psychopharmacology hat eine Studie mit 135.000 Menschen veröffentlicht nach der es keinen Zusammenhang zwischen dem Konsum psychodelischer Drogen (wie Magic Mushrooms und LSD) und dem Risiko an einer psychischen Krankheit zu erkranken gibt. Insbesondere wurden der Zusammenhang der Entwicklung von Depressionen, chronischen Stress, Angsterkrankungen sowie Suizidalität untersucht. 

Die Studie wurde von Wissenschaftlern der University of Science and Technology in Trondheim (Norwegen) publiziert. Neurowissenschaftler Teri Krebs sagt Magic Mushrooms und LSD werden von Drogenexperten immer als weniger gefährlich als zum Beispiel Alkohol und andere Drogen eingestuft, dies gilt für das Individuum sowie für die Gesellschaft.

Die Wissenschaftler behaupten sogar es liege ein umgekehrter Effekt vor, Leute mit Erfahrungen mit psychodelischen Substanzen hätten sogar weniger oft psychische Krankheiten entwickelt. Trotzdem darf man nicht daraus schließen dass psychodelischen Drogen keine Krankheiten induzieren können, es gibt Studien und viele Fallbeispiele die genau das belegen.

Bei der Interpretation dieser Studie sollte also höchste Vorsicht geboten sein. Auch wurde nicht die Entwicklung des Intelligenz-Quotienten untersucht.

Quelle
http://www.emmasofia.org/wp-content/uploads/2015/02/Psychedelics-not-linked-to-mental-health-problems-or-suicidal-behavior.pdf?115a76
http://www.eurekalert.org/pub_releases/2015-03/sp-nlb030515.php

Dienstag, 3. März 2015

Studie: Serotoninmangel nicht Hauptfaktor der Depression (bei Mäusen)

Eine Studie des John D. Dingell VA Medical Center und der Wayne State University School of Medicin lässt Zweifel an der gängigen These aufkommen die besagt, dass ein Mangel an Serotonin hauptverantwortlich für das Entstehen einer Depression sei.

Eine Studie zeigte, dass Mäuse welche nur wenig Serotonin endogen im Gehirn produzieren keine Symptome einer Depression aufwiesen. Interessanterweise verhielten sie sich aber aggessiver und impulsiver, zeigten aber unter Stressfaktoren gleiches Verhalten wie normale Mäuse. Die Gabe von Serotoninwiederaufnahmehemmern zeigte im Vergleich zu normalen Mäusen auch keine Unterschiede.

Die meisten derzeit verschriebenen Antidepressiva beruhen auf einem Wirkmechanismus der die Erhöhung der Serotoninkonzentration im Gehirn zur Folge hat. Schon lange wird aber diskutiert dass der eigentliche Wirkmechanismus tiefer liegt. Zum Beispiel könnte eine aus der erhöhten Serotoninkonzentration resultierende Rezeptorregulation oder gar eine Veränderung der Neuroplastizität für die Wirkung verantwortlich sein.

Die Wissenschaftler glauben dass ihre Studien dazu beitragen, dass das Bestreben Antidepressiva mit neuen Wirkmechanismen zu entwickeln gestärkt wird.

Quelle
http://pubs.acs.org/doi/abs/10.1021/cn500096g