Donnerstag, 24. Dezember 2015

Neues Antidepressivum Vortioxetin (Brintellix®) - IQWiG sieht keinen Zusatznutzen belegt

Seit Dezember 2013 ist der Wirkstoff Vortioxetin zur Behandlung von Depressionen zugelassen, kam aber erst im Mai 2015 unter dem Markennamen Brintellix auf den Markt. Vortioxetin hat einen neuen multimodalen Wirkmechanismus:
  • Hemmung der Serotonin Wiederaufnahme
  • Antagonistisch (5HT3,5HT7,5HT1D), partiell agonistische(5HT1B) und agonistische(5HT1A) Aktivität an den verschiedenen Serotonin Rezeptoren.
Insgesamt kommt es zu erhöhten Spiegeln von Serotonin, Noradrenalin, Dopamin, Acetylcholin und Glutamat sowie einer Reduktion von GABA in verschiedenen Hirnarealen. Dies soll auch eine Verbesserung der kognitiven Leistungsfähigkeit von Patienten zur Folge haben

Vom Nebenwirkungsprofil gilt der neue Wirkstoff als relativ günstig, lediglich Übelkeit kommen bei über 10 Prozent der Patienten vor. Bei 5, 10 und 15 mg gab es keine sexuelle Funktionsstörungen, bei 20mg hingegen schon.

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat in einer Dossierbewertung nun überprüft ob ein Zusatznutzen von Vortioxetin gegenüber Citalopram (ein SSRI) vorliegt, und kam zu einem negativen Ergebnis. Der Hersteller habe nur einen Teil der vorliegenden Studien zu den jeweiligen Medikamenten aus nicht nachvollziehbaren Gründen in seine Metastudien einbezogen, weshalb sich daraus kein Zusatznutzen ableiten lasse.




Quelle: Iqwig.de
https://www.iqwig.de/download/A15-16_Vortioxetin_Kurzfassung_Nutzenbewertung-35a-SGB-V.pdf