Dienstag, 16. Juni 2015

Angstsymptome bei Nikotinentzug: Der Mechanismus

Angstsymptome sind eine der Folgen von Nikotinentzug und oft dafür verantwortlich dass ehemalige Raucher nicht abstinent bleiben und wieder zur Zigarette greifen. Wissenschaflter von der University of Massachusetts Medical School sollen jetzt den verantwortlichen Hirnmechanismus herausgefunden haben und somit vielversprechende neue Targets für Rauchentwöhnungsmedikamente identifiziert haben.

Hauptursache für die Angstsymptome ist nach den Wissenschaftlern das Stresshormon CRH (Corticotropin Releasing Hormon) welches aus der Area tegmentalis ventralis (Hirnregion im Zentrum des Gehirns) ausgeschüttet wird. Zusätzlich wird aus den Epiphysenstielen Glutamat freigesetzt, ein Neurotransmitter der generell für die Übertragung von Signalen von Nervenzelle zu Nervenzelle verantwortlich ist. CRH steigert die Wirkung von Glutamat wodurch die Angstkaskade beschleunigt und intensiviert wird.

CRH Antagonisten (Substanzen die den CRH-Rezeptor blockieren und somit die Wirkung von CRH aufheben) existieren bereits und zeigen Potential zur Behandlung von Depressionen und Angsterkrankungen. In Zukunft könnten CRH-Antagonisten auch für abstinente Raucher untersucht werden.

Quelle
http://www.umassmed.edu/news/news-archives/2015/04/neuroscientists-identify-brain-circuitry-responsible-for-increased-anxiety-in-smokers-trying-to-quit/